Karjalanpiirakka

Karjalanpiirakka, das ist meine lange Leidensgeschichte. Als Finnland-Fan will man natürlich solche „Klassiker“ der finnischen Küche nachmachen und probieren. Bei den karelischen Piroggen habe ich wirklich nun Jahre lang probiert und nach Teigrezepten gesucht. Aber entweder war der Teig zu trocken oder zu klebrig oder hat sich komisch ausstechen lassen. Dann war das auch so eine Sache mit dem Falten des Teiges, wenn dann mal der Milchreis drin war – zum Verzweifeln. Das Resultat hat zwar gut geschmeckt, besonders mit der Eibutter, aber vorzeigbar waren die ersten Versuche nicht.

Das perfekte Rezept

Nachdem ich jetzt das „Projekt: Karjalanpiirakka“ erst mal eine ziemlich lange Zeit ignoriert habe, bin ich jetzt auf der Seite www.foodfromfinland.com auf ein weiteres Rezept gestoßen und ich habe ihm eine Chance gegeben. Gleich vorweg: sie sind wundervoll geworden. Was mich jedoch verwundert hat, war jedoch, dass auch die Zutaten der trockenen Zutaten in Milliliter angegeben sind. Was da hinter steckt? Es zählt hier das Volumen. Also ruhig den Messebecher nehmen, wenn ihr die Zutaten „abwiegt“.

Piirakka machen

Für 25 Stück

Milchreis
  • 500 ml Wasser
  • 2 EL Butter
  • 250 ml Milchreis
  • 1 l Mlich
  • 1 1/2 TL Salz

Milchreis kochen ist ja nicht schwer, weil es aber am längsten dauert und der Brei dann noch ein bisschen abkühlen sollte, wird er als erstes gemacht. Ihr mischt einfach Wasser, Milch, Milchreiskörner und Salz und kocht den Brei, nicht unbedingt bei voller Hitze, unter ständigem Rühren bis der Reis schön durch ist. Am Ende zieht ihr noch die Butter unter. Im Originalrezept ist die Reihenfolge anders, aber so hab es ich gemacht 😉

Wenn der Milchreis fertig ist, dann kippt ihr ihn am besten auf einen großen, flachen Teller. Dann kühlt er schneller aus.

Roggenteig
  • 400 ml Roggenmehl
  • 150 ml Weizenmehl
  • 1 TL Salz
  • 200 ml Wasser

Der Teig funktioniert ganz easy. Einfach die Mehle abmessen im Becher, Wasser und Salz dazu. Ich hab es mit einem Kochlöffel verrührt. Das klappt gut. Man kann bestimmt auch Knethaken verwenden.

Den Teig rollt ihr mit etwas Weizenmehl bestäubt auf 1 mm aus und dann nehmt ihr einfach eine kleine Schüssel mit ca. 20 cm Durchmesser und stecht die Teigkreise aus. Dann verteilt ihr den Reis ganz dünn darauf bis zum Rand – ein Reiskorn dick – und fangt von unten oder oben mit beiden Händen an am Rand entlang die Fältchen zu machen.

Anmerkung: Eigentlich wird immer gesagt man soll eine Teig-Schlange machen, Stücken schneiden und mit den Teigstückchen dann die runden Tellerchen ausrollen. Das klappt bei mir einfach nicht. Ihr könnt’s gerne versuchen =D

Die Piirakka legt ihr auf ein Blech und backt sie ca. 20 Minuten bei max. 300°C – oder so heiß euer Ofen eben heizt. Dadurch kann sich die Backzeit verändern.

Nach dem Backen
  • 50 g Butter
  • 100 ml Milch

Wenn die leckeren Teilchen fertig sind und goldene Stellen haben nehmt ihr sie heraus und lasst sie kurz ruhen. Aus geschmolzener Butter und warmer Milch macht ihr eine Mischung und tunkt bzw. bestreicht die Karjalanpiirakka damit. Jetzt auf einem Rost auskühlen lassen und mit eine Tuch abdecken und über Nacht stehen lassen.

Eibutter
  • 100 g Butter
  • 3 hart gekochte Eier

Auf jedes karelische Pastetchen muss natürlich Eibutter. Dafür kocht ihr drei Eier hart, schält sie und hackt sie klein. Dann mischt ihr sie mit der weichen Butter. Ihr könnt auch einen Mixer dafür benutzen. Wer möchte gibt noch Petersilie dazu.

Die Eibutter wird nun auf die Piirakka gestrichen und so gefuttert!… NOM!

Die Falten falten

Bis ich das Aussehen der Piirakka drauf hatte, hat es aber auch ein wenig gedauert. Es gibt im Internet etliche Tutorials und die habe ich mir tatsächlich alle angekuckt. Man kann sich hier schon den ein oder anderen Trick abschauen. Schließlich haben wir nicht alle eine finnische Omi zum Beibringen. =D

Vielleicht ist meine Herangehensweise nicht die Originalste, aber seit jetzt an ist es einfach unser Familienrezept! =D

Lasst es euch schmecken!

Kategorie Leckeres, Rezepte

In meinem Herzen schlägt eine Leidenschaft, die mich seit meinen Teenager-Tagen nicht mehr los lässt: FINNLAND. Eher ist es in all den Jahren schlimmer geworden und die Vermutung „das verwächst sich“ oder „es ist nur eine Phase“ lässt sich auch nicht mehr anbringen. Also blogge ich mir nun das Finnweh von der Seele und hoffe auf amüsierte und interessierte Leser.

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4 Kommentare

  1. Alex. Richter

    Ich bin froh, dass ich auf deinen Blog gestoßen bin! Nachdem der erste Versuch für eine Feier mit Freunden optisch „nicht ganz optimal“ ausgefallen ist, wurden die Piirakka für einen öffentlichen finnischen Abend nach deiner Anleitung zum Renner mit dem Feedback einer Finnisch-Übersetzerin: So schmeckt Finnland!

    Also vielen Dank an dich!!!

    • OH! Vielen Dank für die lieben Worte!
      Das freut mich seeehr, dass die Piirakka noch geworden sind.
      Lasst sie euch weiterhin gut schmecken. Sie sind mein Lieblings-Finnland-Essen =D

    • Hei Andreas,
      das kann im Eifer des Gefechts leider mal passieren, wenn man die verschiedenen Varianten checkt =)

      Habs geändert. Danke für den Hinweis.

Und was sagst du dazu?