Helsinki City Run: Einmal Halbmarathon, bitte!

Gestern fand der Helsinki City Run 2015 statt und gleich werden meine Erinnerungen an das letzte Jahr wach. 2014 habe ich beim HCR teilgenommen und den Halbmarathon gestanden – zwar in keiner bahnbrechenden Zeit oder gar mit sportlichen Anspruch, aber ich hab es geschafft! Und irgendwie bin ich traurig, dass ich diesmal nicht dabei sein konnte, denn neben der eigenen Leistung ist es einfach Wahnsinn, wie man die Stadt erlebt.

Wenn man hier zu Lande bei Stadtläufen teilnimmt, hat man meistens die Auswahl zwischen zwei oder drei Distanzen. Meistens wählt man zwischen 6,5 km, 10 km und 21 km. Als ich im August 2013 fast schon schnapsidee-artig meinte, ich müss jetzt bei einem Stadtlauf mitmachen und mich fit halten, wusste ich auch, dass ich ein Ziel brauche. Und was motiviert mehr, wenn man dafür nach Finnland reisen „muss“. Ich hatte mitbekommen, dass zur gleichen Zeit der Stadtmarathon stattfand und ich dachte mir: “ Die haben doch bestimmt auch einen Normalo-Lauf!“ Klar hat Helsinki den, doch gibt es da nur eine Distanz: Einundzwanzig Kilometer. Uff!

Ich habe mich trotzdem angemeldet und ein dreiviertel Jahr trainiert. Mit etlichen Pfund zu viel auf den Rippen und Hüften, wirklich fast schon ein extreme Vorstellung, aber wo ein Wille ist, ist auch ein weg. Und ich bin mir ziemlich sicher – auch wenn es keiner aus meine Umfeld ausgesprochen hat – dass viele gedacht haben „Um Himmels Willen, jetzt spinnt sie total!“

Der Lauf

Die Strecke des Helsinki City Run ist wirklich schön. So läuft man am Olympia Centrum beginnend um den See Töölönlahti herum und in den Norden in Richtung der Stadtteile Pasila sowie Niemenmäki. Man läuft vorbei an Wasser, Häusern, Wälder, … Eigentlich sehr idyllisch.

269954_156265172_webBei ca. 25000 Teilnehmern ist das eine mitreißende Veranstaltung. Das kann man sich als Laie in dieser Sache nicht vorstellen und ich glaube jetzt auch nachvollziehen zu können, warum so etwas süchtig macht. Zum einen sind da so viele Menschen, die mit dir diese Monsterrunde laufen und auch an der Strecke erfährt man von Zuschauern so viel Miteifern und Anfeuerungen, dass es einem jedes mal ein Lächeln ins Gesicht zimmert und man wieder ein bisschen motivierter ist.

Ist man dann beim Zieleinlauf fühlt es sich einfach so erleichternd an, wenn man das Olympiastadion sieht, durch das Marathontor einbiegt und der Stadionsprecher dich auf der letzten halben Runde begrüßt. Gleichzeitig ist man erschöpft und glücklich und ich kann mich erinnern, dass ich am liebsten geheult hätte, ich einfach aber gar nichts mehr tun konnte, außer ferngesteuert Richtung Ausgang zu watscheln.

Ankommen und weitermachen.

Da ich ziemlich unbedarft an die Sache herangenagen bin, war meine Vorbereitung am Lauftag selbst nicht so gut und habe zu wenig gegessen. Ab der Hälfte der Strecke wurde ich total langsam und bekam Hunger und an keiner der Stationen gab es mehr Snacks. Das war wohl der Nachteil wenn man in der letzten Gruppe (von insgesamt 10 startet). Im Ziel kam ich dann nach drei Stunden und genau vier Minuten an. Das war zwar nicht das, wie ich mir das vorgestellt habe, aber im nachhinein ist das wie mit der Abiturnote. Das interessiert später keinen mehr! Aber du hast es geschafft! =)

Wieder zu Hause angekommen habe ich es leider verpasst nach dem Lauf weiter zu machen. Schließlich war ich einigermaßen fit. Anstrengend ist es schon fokussiert zu bleiben, vor allem wenn das Ziel ja erreicht worden ist. Doch eigentlich möchte ich genau das Gefühl wieder haben, als ich das Ding durchgezogen habe und gegen jeden Gedanken des Aufhörens stand gehalten habe.

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Jetzt ist  der diesjährige Lauf gestern abgehalten worden und nun warte ich sehnsüchtig auf die Early-Bird-Tickets um 2016 wieder die 21 Kilometer anzugreifen.

Habt ihr vielleicht auch Lust mit zu laufen? Oder hab ihr schon bei ähnlichen oder krasseren Challenges im Norden mitgemacht (bzw. habt ihr es vor)?  Erzählt mal!

Kategorie Outdoor & Natur

In meinem Herzen schlägt eine Leidenschaft, die mich seit meinen Teenager-Tagen nicht mehr los lässt: FINNLAND. Eher ist es in all den Jahren schlimmer geworden und die Vermutung „das verwächst sich“ oder „es ist nur eine Phase“ lässt sich auch nicht mehr anbringen. Also blogge ich mir nun das Finnweh von der Seele und hoffe auf amüsierte und interessierte Leser.

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1 Kommentare

  1. Pingback: Saimaannorrpa: Die Ringelrobben im Saimaasee » finnweh!

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