Pleiten, Pech und Pannen auf Reisen: Irgendwas is immer!

„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“, so lautet die Redewendung im allgemeinen und dazu gehören natürlich dann auch Vorkommnisse, die vielleicht nicht so sehr im Reiseplan gestanden haben. Als ich gelesen habe, dass die Blogparade „Pleiten, Pech und Pannen auf Reisen“ von PaToTra – Passion To Travel startet, musste ich ehrlich gesagt, nicht lang nach über solche Situationen grübeln. Wo gehobelt wird, da fällt eben auch Späne.

Der Klassiker: Verlorenes Gepäck,…

Sicherlich ist mir das nicht nur einmal passiert. Dank der ehemaligen AirBerlin, war man da auch fast schon abgehärtet und vorbereitet mit Notfallutensilien und Wechselschlüpfer im Handgepäck. Meistens war man nach einem Tag auch wieder komplett.

… zurück aus Oslo

2014 besuchte ich eine Freundin in Oslo. Und schon auf der Hinreise, war das Gepäck zurück geblieben in Berlin – dort musste ich meist umsteigen. auf der Rückreise, habe ich fast nichts anderes erwartet. Doch noch besser wurde die Stimmung, als der Kapitän noch auf der Startposition stehend der Crew mitteilte „Boarding completed“… um sich im nächsten Moment an uns Passagiere zu wenden: „Wir haben nun die Starterlaubnis und alle Passagiere sind da. Dafür ist kein Stück Gepäck an Bord.“ Das Raunen, das die Flugkabine durchfuhr, werde ich nie vergessen. Da half beim aussteigen auch kein Lindt-Herzchen mehr.

… auf nach Petersburg

Der Knaller des verlorenen Gepäcks ist mir allerdings diesen Mai passiert, als ich über Finnland nach St. Petersburg für meine NORDIS Reportage reisen sollte. Der Zeitplan war knapp, aber unter normalen Umständen kein Problem. Ich flog also NUE-TXL-HEL und wollte am frühen Abend mit dem Zug nach Lappeenranta. Als der Koffer, wie zu erwarten, nicht in Helsinki ankam, wurde versprochen, ihn über nach nach Lappeenranta zu befördern.  Na gut.

In Lappeenranta angekommen, habe ich mir Blasenpflaster im letzten geöffneten K-Market gekauft, denn zu allem Überfluss hatte ich mir die Hacken aufgerissen. Im Hotel angekommen – übrigens war das Zimmer erstmal nicht gebucht (!?) – gab es Pflaster, Drinks und eine gute Nacht. Morgens um 6 Uhr ging es auf den Cruise nach Viipuri und weiter nach Petersburg. Der Koffer war nicht da… Die Laune pendelte sich mittelmäßig ein – Ich war die einzige die nix schleppen musste, außer einer provisorischen „Reisetasche“. Auch meine Hoffnung, dass der Koffer alleine nachreisen dürfte wurde jäh zerschlagen.

Das Ende vom Lied: So erkundete ich St. Petersburg in billigen Sandalen (Ferse und so) auf run 20 gelaufenen Kilometern. Mit geschundenen Füßen und einer gelittenen Seele schloss ich drei Tage später, zurück in Finnland, meinen Koffer in die Arme!

Eine Fähre, ein Reifen und ein Zug…

Mit Tarja (tarjasblog.de) habe ich ja fast schon eine Pannen-Historie vorzuweisen. Schließlich sind wir Meister des Busfahrens. Als wir nach einem Mini-Cruise mit der Finnlines über Vappu aus Helsinki in Travemünde ankamen, fuhren wir mit meinem Auto zum Hotel in Lübeck. Tarja war eine Woche zuvor in Nürnberg in mein Auto zugestiegen und wir machten einen Roadtrip zur Küste und zu Fähre durch Deutschland.

In Lübeck wartet nun das Hotel. Dank Regen und Dunkelheit kreisten wir das Hotel systematisch ein und bei der Einfahrt in den Parkplatz krachte es  gewaltig, als wir den Randstein ansteuerten. Der rechte vordere Reifen, gerade mal 3-Wochen alt, war platt, mitten in der Nacht.

Scheiße! Am nächsten Tag musste Tarja um 17 Uhr in dem Zug in Nürnberg nach Hause sitzen. Noch in der Nacht organisierte ich den ADAC zu einer Werkstatt, die den gleichen Reifen haben musste. Bestellt auf 7 Uhr. Kurze Nacht. Er kam um 9 Uhr. Die Gefühlswelt schwankte zwischen, Enttäuschung, Sarkasmus und Galgenhumor…

Tine und Tarja…. sind am Tiefpunkt | Photo: Tarja Prüss

Die Rettung war der Herr in der Werkstatt. Nachdem der richtige Reifen im Haus war, zog er den Gummi auf die Felge unter dem Motto „Hitze machen!“… 9:30 wir sind wieder auf der Straße gen Süden. Fahren fast in einem Zug durch und kommen genau um 16:40 am Bahnhof in Nürnberg an. Zeit für einen Kaffee und einen Abschiedsmoment.

Meistens sind die Geschichten hinter den Kulissen, ja nicht Bestandteil meiner Reiseberichte, aber wer auf Instagram meinem Account folgt, weiß, dass immer mal wieder das ein oder andere Missgeschick passiert… Ich habe gelernt, dass ein kühler Kopf das  Beste ist, was man bewahren sollte. Auch, wenn das oftmals schwer fällt. Hinterher ist es dann doch immer wieder eine amüsante Geschichte.

Kategorie Unterwegs

In meinem Herzen schlägt eine Leidenschaft, die mich seit meinen Teenager-Tagen nicht mehr los lässt: FINNLAND. Eher ist es in all den Jahren schlimmer geworden und die Vermutung „das verwächst sich“ oder „es ist nur eine Phase“ lässt sich auch nicht mehr anbringen. Also blogge ich mir nun das Finnweh von der Seele und hoffe auf amüsierte und interessierte Leser.

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2 Kommentare

  1. … aber irgendwie ist es doch auch das Salz in der Suppe…   nachher kann man drüber lachen und hat später immer eine gute Geschichte zu erzählen…. oder Tine? … ich fahre auf jeden Fall sofort wieder mit dir nach Finnland! ️

    • Ja, wenn dann alles gut ist, dann ist ein eine lustige Geschichte. Man muss nur den Grant der Situation überwinden ;)… Leider gibt es kein Foto von uns, als wir in der Pampa Finnlands aufs Taxi gewartet haben,… schweigend ;).
      Wir sind auf jedenf Fall ein spitzen Pannenbewältigungsteam! =) Jeder Zeit wieder!

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