Omena-ruusunmarjahillo – mit Äpfeln und Hagebutten den finnischen Herbst im Glas

Manchmal muss man für die besten Zutaten gar nicht weit gehen. Die Äpfel und Hagebutten für diese Marmelade habe ich einfach bei uns rund ums Haus gesammelt. Und weil beides ungefähr zur gleichen Zeit reif war, lag es eigentlich nahe, sie zusammen ins Marmeladenglas zu bringen.

Auf Finnisch heißen Hagebutten ruusunmarjat, Äpfel omenat und Marmelade hillo – aus Apfel und Hagebutte wird also omena-ruusunmarjahillo. Herausgekommen ist eine wunderbar fruchtige Apfel-Hagebutten-Marmelade mit einer kräftigen orangefarbenen Farbe. Die Äpfel bringen Süße und Fruchtigkeit mit, die Hagebutten eine leicht herbe, säuerliche Note. Etwas Zimt gibt dem Ganzen noch eine warme, herbstliche Würze.

Ein bisschen Arbeit macht die Marmelade allerdings schon – vor allem das Passieren der Hagebutten. Aber es lohnt sich!

Hagebutten verarbeiten – einfacher als gedacht

Wer schon einmal Hagebutten verarbeitet hat, denkt wahrscheinlich zuerst an das mühsame Entfernen der Kerne und Härchen. Für diese Marmelade habe ich mir diese Arbeit gespart.

Von den Hagebutten habe ich lediglich den kleinen Blütenansatz entfernt und sie anschließend gründlich gewaschen. Dabei habe ich Handschuhe getragen. Die feinen Härchen im Inneren der Hagebutten können unangenehm auf der Haut jucken – man kennt sie vielleicht noch aus Kindertagen als „Juckpulver“.

Erst nach dem Kochen und Pürieren kommt der etwas anstrengendere Teil: Die Fruchtmasse muss durch ein feines Sieb gestrichen werden. So bleiben Kerne und Härchen zurück. Bei einer kleinen Menge funktioniert das mit einem Haarsieb gut, auch wenn man etwas Geduld und Kraft braucht. Wer größere Mengen verarbeitet, kann dafür eine Flotte Lotte verwenden.

Bei mir war das Verhältnis von Hagebutten und Äpfeln ungefähr 1:1, wobei ich etwas mehr Äpfel hatte. Auch ein Verhältnis von etwa einem Teil Hagebutten zu zwei Teilen Äpfeln funktioniert gut. Man muss die Früchte also nicht aufs Gramm genau abwiegen. Entscheidend ist später das Gewicht der fertig passierten Fruchtmasse, denn danach richtet sich die Menge des Gelierzuckers.

Rezept für Apfel-Hagebutten-Marmelade

Zutaten

  • Hagebutten
  • Äpfel, etwa die gleiche bis doppelte Menge wie Hagebutten
  • Wasser
  • Gelierzucker nach Packungsanleitung
  • ein guter Schuss Zitronensäure
  • Zimt nach Geschmack

Zubereitung

Zuerst die Gläser und Deckel kontrollieren und gründlich reinigen. Ich hebe geeignete Marmeladen- und Einmachgläser auf und reinige sie bereits nach Gebrauch gründlich. Vor dem Einkochen fülle ich die Gläser noch einmal mit sehr heißem Wasser und lege den jeweiligen Deckel darauf. Nach einiger Zeit gieße ich das Wasser aus und lasse Gläser und Deckel offen stehen, damit die restliche Feuchtigkeit verdampfen kann.

Die Hagebutten vom Blütenansatz befreien und gründlich waschen. Wegen der feinen Härchen trage ich dabei Handschuhe. Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in Stücke schneiden.

Hagebutten und Äpfel zusammen in einen großen Topf geben und etwas Wasser hinzufügen. Die Früchte weich kochen und dabei immer wieder kontrollieren. Wenn nötig, Wasser nachgießen, damit nichts am Topfboden ansetzt.

Sind Hagebutten und Äpfel richtig weich, alles gründlich pürieren. Anschließend die Fruchtmasse durch ein feines Haarsieb streichen. Kerne und Härchen bleiben dabei im Sieb zurück.

Die passierte Fruchtmasse wiegen und den Gelierzucker entsprechend der Packungsanleitung dosieren. Gelierzucker, einen guten Schuss Zitronensäure und Zimt nach Geschmack zur Fruchtmasse geben.

Übrigens gehören nicht nur Hagebutten, sondern auch Äpfel zur Familie der Rosengewächse. In diesem Marmeladenglas treffen also tatsächlich zwei botanische Verwandte aufeinander. Und Zimt passt für mich sowieso wunderbar zu Äpfeln und zu den Aromen des Herbstes.

Die Marmelade nun nach Anleitung des verwendeten Gelierzuckers sprudelnd aufkochen und sofort in die vorbereiteten Gläser füllen. Fest verschließen. Die Gläser müssen anschließend nicht auf den Kopf gestellt werden. Ich wickle sie stattdessen in ein Küchentuch und lasse sie darin langsam abkühlen.

Und dann muss man eigentlich nur noch entscheiden, welches Glas zuerst geöffnet wird.

Am besten auf Roggenbrot

Natürlich schmeckt die Apfel-Hagebutten-Marmelade auf einem Frühstücksbrötchen oder Toast. Besonders gern mag ich sie aber auf einer Scheibe kräftigem Roggenbrot mit Butter. Das leicht säuerliche Brot, die cremige Butter und die fruchtige Marmelade passen wunderbar zusammen.

Und ganz nebenbei sieht es auch noch nach Herbst aus: dunkles Roggenbrot, helle Butter und darauf die leuchtend orangefarbene Marmelade.

So lässt sich ein kleines Stück finnischer Herbst für die kommenden Monate im Glas bewahren.

Kategorie Leckeres, Rezepte

In meinem Herzen schlägt eine Leidenschaft, die mich seit meinen Teenager-Tagen nicht mehr los lässt: FINNLAND. Eher ist es in all den Jahren schlimmer geworden und die Vermutung "das verwächst sich" oder "es ist nur eine Phase" lässt sich auch nicht mehr anbringen. Also blogge ich mir nun das Finnweh von der Seele und hoffe auf amüsierte und interessierte Leser.

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