Mindfulness in Syöte: Kraft schöpfen in der Natur des „heiligen Ortes“

Advertorial: Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Visit Syöte entstanden.


Das kleine Wintersportgebiet Syöte am nördlichsten Rand der Region Oulu gilt als Lappland im Kleinformat. Zwischen den beiden Fjellen Isö-Syöte und Pikku-Syöte findet sich ein idyllisches Örtchen, das durch seine unberührte Natur als einer der letzten Geheimtipps unter Naturfreunden und Outdoorliebhabern gelten sollte. Erst kürzlich hat sich das Örtchen für das „Substainable Travel Finland“-Label beworben. Also ein Grund mehr diese Perle zusammen mit den Bloggerkollegen Sina (nordlandfieber.de) und Michaela (mahtava.de) unter dem Aspekt des Slow Travel zu betrachten. Auf der Suche nach Ruhe, Natur und Genuss und langsam ging es vor allem hier voran:

Foto: Christine Birkel

Die ersten Zentimeter fühlen sich unglaublich kalt, aber nicht wirklich unangenehm an. Wir tasten uns langsam in den Luppovesi vor, die Beine schieben das Wasser vor sich her. In eine neblige Decke eingebettete lädt der kleine See freundlich mit seinem Steg zum Morgenschwimmen ein und erfrischt die mutigen Schwimmer mit seinen 15 Grad Mitte August. Einfach annehmen, denke ich mir, auch wenn die Überwindung noch da ist. Alle schwimmen kichernd und schnaubend durch das klare Wasser. Nach ein paar Momenten ist es schon vorbei und eine glückliche Fröhlichkeit erwärmt das Herz. Erfrischt starten wir in diesen letzten Tag. Heute sollen wir also „Nähdään!“ zu Syöte sagen, Finnlands südlichstes Fjell und Tor nach Lappland, das uns verzaubert und bereichert hat. Vollgesogen mit der Kraft der Natur blicken wir zurück auf die letzten Tage.

Foto: Minna Hirvonen

Waldsauna am Fluss

Eine kleine rote Hütte findet sich am Ende des Waldweges im Nationalpark Syöte. Dahinter schlängelt sich ein klarer Fluss vorbei. Rauch quillt aus dem Schlot – die Sauna ist geheizt und wartet auf uns. Ankommen in Syöte ist wie bei Freunden vorbeischauen, schießt es durch den Kopf. Schließlich ist es gute Sitte in Finnland den Gästen die Sauna zu wärmen. Genau in diesem Moment empfängt die Ankömmlinge Jonna auf der kleinen Veranda. Sie strahlt über beide Ohren und hat Kaffee, Kuchen und Pastete für uns vorbereitet. „Gestern hatte ich ein wenig Zeit, da hatte ich Lust zu backen!“, lächelt uns die Frohnatur an. Runterkommen mit Blaubeerkuchen, Kaffee und Blaubeersaft. So einfach ist es sich wohlzufühlen.

Süß ist der Nachgeschmack im Mund als alle Hüllen vor der Sauna fallen – buchstäblich. Schließlich sind alle in der Sauna gleich und um uns herum findet sich nur reinste Natur. Also ab ins Eva-Kostüm. Unsere Damenrunde nimmt auf der oberen Bank Platz und mit den ersten Kellen mit Wasser, die auf den heißen Steinen verdampfen, bilden sich die ersten Schweißperlen der Entspannung. Puh, gut! Einfach alles ablegen!

Die Kraft der Natur kann man sich zu Nutze machen: Nicht nur die reinigende Wirkung von Feuer und Wasser wollen wir spüren. Doch zunächst führt die schlammige Masse in den Schälchen zu den ersten erheiternden Kommentaren. Erst etwas zaghaft dann immer mutiger verteilen sich die braune Masse aus Torf und Honig mit wischenden Bewegungen auf Gesichtern, Armen und Beinen. Und weil noch etwas übrig ist auf den Rest (Badekleidung wäre hier doch wirklich unangebracht gewesen). Ein großer Spaß und Detox mit purer Natur. Es prickelt leicht auf der Haut und belebt den Stoffwechsel, warum beispielsweise schwangere Frauen, diesen Spaß lieber nicht mitmachen sollten, denn was als nächstes folgt ist klar: Aus der mollig warmen Sauna geht es in den erfrischenden Fluss. Abkühlen und Abwaschen! Und so werden aus Seeungeheuern Badenixen! Die Magie der Natur – daran muss man doch glauben!

Nach dieser Erfrischung steigen wir wie neugeboren aus dem Wasser. Geniesen den Moment und haben es gesellig. Wir sind bei uns und in der Natur angekommen und eins mit Allem. Sauna und die Natur mag dies bewirken, wenn man sich darauf einlässt.

Heilige Orte im Fjell

Natur mit allen Sinnen erfahren und intensiv erleben. Dafür hat Jonna eine Wanderrunde über das Pikku-Syöte Fjell ausgesucht. Insgesamt bietet die Gegen rund 147 Kilometer Wandertrails für alle bereit, die gerne ihre Wanderstiefel schnüren, besonders durch den angrenzenden Syöte Nationalpark.

Ukkos Altar – die alten Kelo-Bäume ohne Spitze waren im finnischen Paganismus heilig. | Foto: Christine Birkel

Auf dem knapp drei Kilometer langem Rundweg über das besondere „kleine Syöte“ durchquert man beeindruckende Keloholz-Bestände und märchenhaft verkrümmte Nadelbäume, die von den Schneemassen und kalten Wintern wie gegerbte Großväterchen dastehen. Die Bäume haben sicherlich auch ein ähnliches Alter. Sterben die Bäume bleiben sie stehen und werden zu Kelo. Sie verwittern und werden von der Sonne im Sommer und der Kälte im Winter zu silbrig schimmernden Pfählen.

Aufmerksam setzt sich der Trupp durch den borealen Wald in Bewegung. Nach wenigen Meter verteilen wir uns im Fichtenhain. Mit geschlossenen Augen hören wir zunächst genau hin, was sich im Wald so tut: Eine Fliege surrt vorbei, dann macht sich ein Vogel in der Ferne bemerkbar. Ankommen und hinhören. Das tut gut. Naturguide Jonna leitet mit sanften Worten an als nächstes den Augen und Ohren die Sinne zu nehmen und hinzuriechen. Die kleine Senke hat einen erdigen Duft, der nach nassem Waldboden schmeckt. So bewusst, nimmt man diese Mixtur normalerweise gar nicht war.

Werde selbst zum Baum – Vrikshasana | Foto: Sina Kaiser

Die Achtsamkeitsübungen unter Anleitung helfen die Natur und ihre Details genauer zu erfassen und die Umgebung bewusster wahrzunehmen. Durch das langsame Herantasten lässt man sich mehr und mehr auf den Moment ein. Fühlt sich die Rinde des Baumes warm an? Wie sanft können seine Nadeln sein? Wir begreifen es. Über Stock und Stein geht es den Berg hinauf, bis sich vor uns die Landschaft öffnet und das Fjell seine Pracht ausrollt. Als das Land von langer Zeit von den Sami bewohnt wurde nannten sie es Syöte – der heilige Ort! Vielleicht weil das Tal zwischen den Fjellen so lieblich da liegt, oder wegen den knorrigen Bäumen, die wie Geister aus einer anderen Welt mahnen. Warum, wissen wir nicht, aber die Magie ist bis heute spürbar und dann wird man einfach selbst zum Baum und fügt sich für einen Moment in das Ensemble ein. Ob sich ein Vogel auf meinen Ästen niederlässt?

Syöte ist wie ein kleines Nest. Hier gibt es keine großen Hotelketten, keinen Massentourismus, kein „das ist mir zu viel“. Es ist genau richtig – die Schweden nennen es „lagom“. Die gute Stimmung im Örtchen, verbreitet durch die einheimischen Unternehmer, strahlt ein willkommendes Gefühl aus, mit allen Annehmlichkeiten für jede Fasson. Hier will man sein, hier kann man sein, hier soll man sein.

Betrachte im Detail | Foto: Christine Birkel

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Danksagung: Vielen Dank an Minna Hirvonen, die uns diese Tour ermöglicht hat. Wir hatten eine unglaublich gute Zeit.

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Kategorie Outdoor & Natur, Unterwegs

In meinem Herzen schlägt eine Leidenschaft, die mich seit meinen Teenager-Tagen nicht mehr los lässt: FINNLAND. Eher ist es in all den Jahren schlimmer geworden und die Vermutung "das verwächst sich" oder "es ist nur eine Phase" lässt sich auch nicht mehr anbringen. Also blogge ich mir nun das Finnweh von der Seele und hoffe auf amüsierte und interessierte Leser.

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