Kuusenkerkkäsiirappi – Fichtenspitzensirup

Sprichwörtlich in aller Munde sind Fichtenspitzen derzeit. Egal, ob frisch, als Pulver oder Sirup – das neu auserkorene Super Food ist sogar seit der Grünen Woche zum Verkaufsschlager geworden. Dabei wusste schon Großmuttern, dass der die sogenannten „Maiwipfel“ besonders bei Atemwegserkrankungen im Winter wahre Wunder hilft.

Fichtenspitzen sammeln, aber wie?

Wie der Beiname der Fichtenspitzen verrät, werden die Sprossen ab Mai von den Fichten geerntet. Dabei sind die sanften frischen Triebe mit ihrem saftigen Grün gut vom alten Zweig zu unterscheiden. Die weichen Sprosse sind nämlich noch nicht stachelig.

Die Fichte sticht, die Tanne nicht.

Ein Reim als Merkhilfe zur Unterscheidung der Nadelbäume
Grüne, saftige Fichtenspitzen in der Nahaufnahme,
Grün und noch ganz sanft sind die frischen Fichtenspitzen

Wenn ihr also in den Wald geht, dann sollte darauf geachtet werden, dass man nicht einen Baum komplett plündert. Er soll ja zum einen wachsen und man nur ein paar Hand voll. Geht lieber von Baum zu Baum und zupft rings um nur ein paar wenige Sprossen ab. Und greift ruhig etwas höher zu. Denn die frischen Triebe sind auch Nahrung für Rehe, die besser weiter unten abknabbern können.

So macht man Fichtenspitzensirup

Es gibt zwei Wege, wie ihr die ätherischen Öle und wirkungsstoffe der Fichten konservieren könnt. Klassisch könnt ihr einen Sirup kochen.

Variante 1:

  • 3-4 Hand voll Fichtenspitzen
  • 500 ml Wasser
  • 500 Gramm Zucker

Zubereitung

  1. Die Fichtenspitzen legt ihr über Nacht in einen Topf mit dem Wasser ein.
  2. Am Tag darauf kocht ihr die Maiwipfel im gleichen Wasser für 15-20 Minuten auf
  3. Dann gießt ihr den Sud durch ein Sieb und ein Küchenhandtuch ab. Den Sud aber auffangen (er wird der Sirup). Die ausgekochten Spitzen mit dem Tuch gut ausdrücken, damit auch alle Aromastoffe im Sud landen
  4. Jetzt stellt ihr den Topf mit dem Sud wieder auf den Herd, fügt den Zucker hinzu und last ihn bei nicht ganz voller Hitze schmelzen.
  5. Der Zuckersud muss nun ruzieren. Bei mittlerer Hitze – der Topfinhalt köchelt leicht – rührt ihr nun stets für ca. 45 Minuten
  6. Zwischen durch mit einem Tropfen bsp. auf einem Glastopfdeckel prüfen, wie zäh die Masse schon ist. Wenn sie sich vom kalten Deckel zäh abtupfen lässt ist sie fertig.

Tipp: Der Zuckersud wird bei zu langem kochen zu Bonbons, wenn sie kalt werden. Man er kennt dies beim Kochen nicht, da der Zucker in der Hitze immer flüssig bleibt. Daher zwischendurch einen kühlen Tropfen testen ;)

Variante 2:

  • halb Fichtenspitzen
  • halb Zucker
  • Ein Schraubglas
  • Sonne

Die zweite Variante erfordert lediglicht eure Gedult. Anstatt ewig zu stehen und zu kochen, könnt ihr die Sonne diesen Job übernehmen lassen.

  1. Die Fichtenspitzen in das Schraubglas bringen. Ggf. sanft zusammen drücken.
  2. Dann die gleiche „Menge“ = Höhe an Zucker dazu.
  3. Deckel drauf, aber nicht zu fest. Es darf ruhig ein wenig Luft hinkommen
  4. An einen sonnigen Platz (Fensterbank) stellen und einige Tage warten, bis der ganze Zucker geschmolzen ist
  5. Jetzt den Sirup in ein frischen, kleineres Glas absieben.

Da Zucker unbegrenzt haltbar ist, sollte der in sauber Gläser abgefüllte Sirup locker über das Jahr reichen. Im Winter ist er besonders gut bei Erkältungen. Aber auch im Sommer schmeckt ein halber Teelöffel lecker in einem Glas Wasser oder Sekt mit frischen Erdbeeren.

Viel Spaß beim nachmachen!

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Kategorie Leckeres, Rezepte

In meinem Herzen schlägt eine Leidenschaft, die mich seit meinen Teenager-Tagen nicht mehr los lässt: FINNLAND. Eher ist es in all den Jahren schlimmer geworden und die Vermutung "das verwächst sich" oder "es ist nur eine Phase" lässt sich auch nicht mehr anbringen. Also blogge ich mir nun das Finnweh von der Seele und hoffe auf amüsierte und interessierte Leser.

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