7 Tipps für Herbsttage in Helsinki

Nach Finnland an schmuddligen Herbsttagen? Klingt nicht gut? Der farbenfrohe Herbst ist die richtige Zeit für Städtereisen. Gerne wäre ich jetzt auch in Finnlands Hauptstadt unterwegs, wenn die Tage zwar schon kühler sind, man die letzten Sonnenstrahlen genießen kann und die Wangen rot werden, wenn man sich nach Innen verkriecht und bei „hyggeligem“ Ambiente aufwärmt. Deshalb habe ich sechs Bloggerkollegen nach ihren Tipps für Helsinki im Herbst gefragt und auch ich steuere eine Empfehlung bei: Diese bunte Mischung – von Eichhörnchen bis Sauna-Aufguss – macht Lust auf einen spontanen Herbst-Trip nach Helsinki, das versprech‘ ich euch!

Löyly: Die modernste Sauna Helsinkis mit Meerblick | Tarja von Tarjas Blog

Löyly ist finnisch und bedeutet Dampf. Der ist wichtig in einer finnischen Sauna. Er bestimmt darüber, ob die Hitze einem wie ein Hieb ins Gesicht peitscht und die Ohren glühen lässt, oder ob sich sie sich sanft wie eine Feder auf die Haut niederlässt.
Schon aus diesem Grund werden die drei verschiedenen Saunen im Löyly mit Holz geheizt. Löyly ist die jüngste öffentliche Sauna der Hauptstadt, rund zwei Kilometer vom Zentrum entfernt, im ehemaligen Industriegebiet Hernesaari, das sich mittlerweile zu einem der nobelsten Wohngegenden der Stadt entwickelt hat. Matti Nykänen hat sich in Sichtweite eines der schicken Appartements gesichert. Ein futuristisch anmutendes Holzgebäude mit schrägen Lamellenkonstruktionen und einer großen Aussichtsplattform auf dem Dach. Es liegt praktischerweise direkt an der Ostsee, sodass man nach dem Schwitzgang und der Dusche sogleich ins Meer springen kann, das allerdings jetzt im Herbst schon empfindlich frisch ist. Aber genau das Richtige, um einen aufregenden Tag in Helsinki ausklingen zu lassen. Um einen offenen Kamin herum kann man gemütlich ein Getränk schlürfen und sich auf den nächsten Saunagang freuen. Ich schwitz dann mal!

Zwischen Saunagängen lässt sich die Herbstsonne herrlich auf der Terrasse genießen. | Foto: Tarja Prüss

Uunisaari | Sina von Nordlandfieber

Mich zieht es auch im Herbst ans Wasser. Am liebsten zu Fuß. Im Stadtteil Eira stoße ich auf das Meeresufer. Vorbei an einem kleinen Strand, über flache Felsen und durch den Meripuisto zieht es mich weiter bis zum Kompassitori, immer in Richtung meines Lieblingsortes: Uunisaari. Vom Kompassitori aus kann man bis Mitte November mit einer kleinen Fähre übersetzen. Ab der zweiten Novemberhälfte liegt ein Stück weiter ein Steg, über den man bequem hinübergehen kann. Die kleine Insel ist definitiv ein Herzensort. Ich folge dem Weg am, zu dieser Jahreszeit leeren, Strand vorbei. Die Blätter der Bäume verfärben sich und werden schließlich von der nächsten Böe mitgenommen. Meist weht ein kalter Wind, wenn ich über die kleine Holzbrücke gehe und über die Felsen zum Wasser laufe. Ob Herbstsonne oder eisiger Wind: Dieser Ort und der Spaziergang dorthin lohnen sich immer. Am Ende steht die Belohnung in Form des Ausblickes und später heißem Kakao und Korvapuusti im Inselrestaurant Ugn. Ein Herbstspaziergang in Helsinki gehört definitiv auf die To-do-Liste.

Aufwärmen beim Herbstspaziergang auf der „Ofeninsel“ | Foto: Sina Kaiser

Ein Tagesausflug nach Tallinn | Silja von fernwehge

Tallinn liegt etwa 80 km von Helsinki entfernt. Die estnische Hauptstadt bietet sich also super für einen Tagesausflug an. Einen kleinen Haken gibt es allerdings: Die Ostsee, die die beiden Städte voneinander trennt. Wie gesagt: „Kleiner Haken.“, denn wer die Fähre nimmt, ist innerhalb von zwei Stunden in Tallinn. Der Hafen ist so günstig gelegen, dass man direkt losstiefeln kann. Wer sich für Architektur interessiert, macht am besten einen kleinen Abstecher ins Rotermann Viertel. Dort hat man alte Fabrikgebäude mit modernen Elementen kombiniert und rausgekommen sind dabei extrem coole Gebäude. Von dort aus geht es direkt weiter in die Altstadt. Dort kann man sich einfach treiben lassen. An den alten Häusern kann man sich kaum satt sehen, es gibt verschiedene Museen, die Stadtmauer mit ihren Türmen und verschiedenste Kirchen. Wer eine traumhafte Aussicht über die Stadt genießen möchte, findet in der Oberstadt verschiedene Aussichtsplattformen. Mein kulinarischer Tipp für die Altstadt ist das Café Rukis (Viru 11), wo es eine tolle Auswahl an Kuchen, aber auch sehr leckere herzhafte Gerichte gibt. Was man in Tallinn sonst noch alles unternehmen kann, findest du hier.

Ein bezauberndes Ensemble ist die alte Innenstadt Tallinns. | Foto: Silja Borghans

Seurasaari: auf der Suche nach den Eichhörnchen | Elke vom Meerblog

Als ich vom Eichhörnchenflüsterer Helsinkis hörte, habe ich mich gleich auf den Weg nach Seurasaari gemacht. Übersetzt heißt das soviel wie Gesellschaftsinsel. Um mal eben dem städtischen Treiben zu entfliehen und erdige Waldluft im Herbst zu schnuppern, ist Seurasaari ideal. Niemand wohnt hier noch – außer eben jenen Eichhörnchen. Doch leider läuft mir an diesem Tag kein einziges über den Weg, außer ein paar Plüschexemplaren im Freilichtmuseum der Insel. Finnisches Leben vom 18. bis 20. Jahrhundert wird hier ausgestellt und ein bisschen „nachgespielt“. Ich mag diese Fusionen von Kultur und Natur, die wie Oasen wirken. Und nach dem Eintauchen in eine andere Zeit gibt es Blaubeerkuchen mit Vanillesoße im Café „Antin Kaffeliiteri“Mehr zu Seaurasaari gibt es auf dem Meerblog.

Den Herbsttag auf Seurasaari genießen und vielleicht hüpft ja doch noch ein Eichhörnchen vorbei | Foto: Elke Weiler

Herbstzeit – Genießerzeit | Michaela von Mathava! Taste The North

Wenn ich an den finnischen Herbst denke, dann sehe ich Eimer voller Beeren, prall gefüllte Pilzkörbe und rotbemützte Elchjäger vor mir. Für die Köstlichkeiten aus der finnischen Natur muss man jedoch nicht bis nach Lappland oder in die Schären fahren. In Helsinkis Markthallen und am Markt bekommt man alles, was das Feinschmeckerherz höher schlagen lässt. Mein erster Weg führt mich meist zu den Marktständen am Kauppatori. So touristisch dieser Platz inzwischen auch immer sein mag, der Besuch ist ein Muss. Sei es um einen Blick auf die vielen Beeren und Pilze zu werfen oder um eine Portion gebratene Strömlinge auf die Hand zu kaufen. Direkt neben dem Markt befindet sich die Alte Markthalle. Hier bekommt man von Rentiersalami über Moltebeermarmelade bis hin zu diversen eingelegten und geräucherten Fischen so ziemlich alles, was man gerne als kulinarisches Geschenk mit nach Hause nimmt. Ganz anders die Markthalle von Hakaniemi. Hier kaufen die Einheimischen die Produkte des täglichen Bedarfs. Saisonales Gemüse, frischen Fisch und sogar Rentier- oder Elchfleisch sind im Angebot. Das Highlight des Herbstes ist und bleibt jedoch der Helsinki Baltic Herring Market. Mehr über meine kulinarischen Streifzüge durch Helsinki auf Mahtava.

Foto: Michaela Fuchs

Herbstliches Einkehren auf Suomenlinna | Mila und Olli von Helden Unterwegs

Die Laubbäume lassen unsere Lieblingsinsel in prachtvollen Herbstfarben warm erstrahlen und verabschieden so langsam die hellen Sommertage. Es ist Herbst auf Suomenlinna. Die meisten Touristen haben Helsinki verlassen und das Erkunden der Insel wird so zu einem einzigartigen Vergnügen. Während eines Spaziergangs auf Kustaanmiekka, einer der fünf Festungsinseln, lassen wir uns den Wind um die Nase wehen und genießen die frische und kühle Luft.

Nach der Erkundung zieht es uns ins Warme. Das gemütliche Viaporin Deli & Café ist schon seit unserem ersten Besuch unser Lieblingscafé. Drinnen ist es muckelig warm, Kerzen brennen und während wir an unserem warmen Kaffee nippen, blicken wir durch ein Fenster hinaus auf das Fährufer. Es durftet herrlich nach frischem Kaffee, Tee und leckerem Kuchen. Die Speisen im Viaporin Deli & Café, werden mit frischen finnischen Zutaten und mit sehr viel Liebe zum Detail zubereitet. Das kleine Café verbreitet so eine heimische Atmosphäre, dass ein Besuch für uns zur angenehmsten Pflicht geworden ist – wir können gar nicht anders. Jeder, der Suomenlinna besucht, sollte dem Café einen Besuch abstatten.

„Geschichte(n) der finnischen Kunst“ im Ateneum | Mein Tipp

Ich finde es immer schön im Herbst Ausstellungen zu besuchen. Das Ateneum direkt gegenüber dem Hauptbahnhof hatte im Sommer nicht nur Alvar Aalto zu Gast, sondern hat pünktlich zum Jubiläumsjahr eine Ausstellung zur finnischen Kunst zusammen gestellt, die bis Ende 2020 als Dauerausstellung bestehen bleibt. Unter dem Titel „SUOMEN TAITEEN TARINA“ (Geschichten finnischer Kunst) beleuchtet das Kunstmuseeum „Klassiker in neuem Licht“. Neben Werken aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sind vor allem die Arbeiten um das Jahr der Unabhängigkeit besonders Interessant. Da besonders in dieser Phase die politischen Ereignisse sich in der Kunst wiederspiegeln: Zum Beispiel als es darum ging, das Finnentum zu definieren. Um ein paar Protagonisten der Ausstellung zu nennen: Allen voran Akseli Gallen-Kallela, er illustrierte das Kalevala-Epos, Albert Edelfelt („Kindersarg“) oder Hugo Simberg („Im Garten des Todes“, „Verwundeter Engel“). Selten befinden sich so viele großartige Meisterwerke der finnischen Kunst in einer gemeinsamen Zusammenstellung. Wenn der Herbst in Helsinki also seine ungemütliche Seite zeigt, kann man den Tag gemütlich im Ateneum verbringen.

Was für eine vielfältige Ideensammlung für eure Herbst-Reise nach Helsinki. Ihr seht, es gibt auch im Herbst genug zu entdecken. Habt ihr selber vielleicht noch Tipps oder Erfahrungen für diese Jahreszeit in Finnland oder wollt ihr vielleicht gleich die Koffer packen und einen Flug buchen? Ich freue mich über eure Kommentare und bedanke mich bei meinen lieben Bloggerfreunden für die tolle Auswahl. Kiitos!


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2 Kommentare

  1. Pingback: NordNerds September-Rückblick 2017 • MAHTAVA!

  2. Hallo Christine,

    vielen Dank, dass du so tolle Tipps zusammengetragen hast! Da habe ich direkt Lust jetzt schon nach Helsinki zu fahren. Gerne mehr davon!

    Gruß
    Michael

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